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Porträt Vittoria della Rovere (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, Foto: Hanna Neander)

Porträt Vittoria della Rovere (1622–1694)


Wolfgang Heimbach
Öl auf Kupfer
Durchmesser: 18,5 cm
unbezeichnet
Münster, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Inv. 1697 LM
Provenienz: 1985 erworben von der Kunsthandlung Frye & Sohn, Münster

Porträt einer Prinzessin

Vittoria ist die letzte Prinzessin aus dem Geschlecht der Della Rovere in Urbino. Als sie 1637 ihren Cousin Ferdinando II. de‘ Medici, Großherzog der Toskana, heiratet, fallen die reichen Kunstsammlungen der Della Rovere an die Medici. Heimbach porträtiert die Großherzogin ihrem Stand gemäß in dezenter, aber kostbarer Aufmachung: Vittoria trägt ein prächtiges Kleid aus schwarzem Satin, das an Ärmeln und Ausschnitt mit kostbaren weißen Spitzen besetzt ist, für die die Dargestellte eine besondere Vorliebe hatte.  Die Perlenkette und goldene Ohrringe und Broschen erhöhen die Preziosität der Aufmachung.

Vittoria war eine der am meisten porträtierten Frauen ihrer Zeit und nutzte die Porträtmalerei, um ihre Macht und Autorität auszubauen. Entsprechende Porträts wurden als Geschenke an verwandte Fürstenhäuser verschickt und dienten dazu, die dynastischen Beziehungen zu bekräftigen. Ein Bedarf an entsprechenden
kleinformatigen Werken bestand demnach konstant.

Blick in die Landschaft der Toskana?

Der Blick in den Hintergrund zeigt eine hügelige Landschaft in deren Mitte eine Burg thront. Die Landschaft könnte auf den Herrschaftsbereich der Herzogin der Toskana hinweisen.

Das Porträt im Detail

Wertvoller als Gold: Spitze

Ein Kragen aus feiner Spitze, wie ihn Vittoria della Rovere im Porträt trägt, war ein unverkennbares Zeichen von Wohlstand und herrschaftlicher Stellung. Die Herzogin schätzte Spitze aus den Florentiner Werkstätten ebenso wie aus dem fernen Frankreich.
Heimbach vermochte es, das Material in seiner Feinheit und Fragilität auf die Leinwand zu bringen.

Detail mit Kragen aus Spitze