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Eva Koťátková, The Machine for Restoring Empathy, Installationsansicht STUK, Leuven, Belgien, 2021, Foto: Kristof Vrancken

Ausstellungsvorschau 2021

Ausstellungsvorschau 2021

RADAR

Camillo Grewe und Ulrike Grewe
„Hallo, habe unlesbare Signale von dir erhalten, melde mich bald.“
28.8. – 24.9.

Dieses Mal zeigt RADAR ein eher unkonventionelles Künstler:innengespann, denn bei Ulrike Grewe und Camillo Grewe handelt es sich um Mutter und Sohn. Camillo Grewe (*1988) interessiert sich in seiner Arbeit insbesondere für Materialität. Dabei nutzt er eigentlich klassische bildhauerische Techniken, welche er ungewöhnlich bricht. Das bestimmende Material für die Skulpturen im RADAR-Raum ist Zeitungspapier. Aus diesem modellierte der Künstler Möbelstücke wie Vitrinen und Schränke. Gemeinsam mit Ulrike Grewe setze er sich überdies mit dem Material Bronze auseinander. Für Ulrike Grewe handelt es sich bei der Ausstellung um ihren ersten Ausflug in die Kunstwelt. Ihre Arbeiten beruhen auf arrangierten Fotografien von Interieur-Szenen aus Alltagsgegenständen. Diese Fotografien dienen ausgedruckt als Untergrund für Ulrike Grewes Arbeiten, indem sie diese durch den Auftrag von Aquarell- und Acrylfarbe künstlerisch weiterverarbeitet.

Der Titel der Ausstellung kann auf unterschiedliche Art und Weise gedeutet werden. Zum einen fängt er sicherlich den Zeitgeist während der Corona-Pandemie ein. Durch die Reduzierung der Kontakte und den dadurch resultierenden Rückgriff auf zumindest für ältere Generationen eher unbekannte Kommunikationsmedien entstand nicht nur eine neue Art von Kommunikation, sondern vermehrt auch das Potenzial für missverstandene Botschaften. Überdies kann er auch als Anspielung auf Konflikte und Missverständnisse gelesen werden, die in der Kommunikation zwischen den Generationen aufkeimen können.

Ausstellungseröffnung: Samstag, 28.8. 18 Uhr

Künstler:innengespräch: Donnerstag, 30.9. 18 Uhr

Bild Ohne Titel von Camillo Grewe. Ein Mann steht in einem Atelier und erschafft ein neues Kunstwerk.

Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken

27.11.2021 – 27.02.2022

Eine Kooperation von Kunsthalle Münster, LWL-Museum für Kunst und Kultur und Westfälischem Kunstverein

Das menschliche Handeln beeinflusst die Umwelt maßgeblich. Der Globale Norden mit seiner privilegierten ökonomischen Position folgt der Auffassung, keine andere Option als die des Wachstums zu haben.  Doch man sieht heute mehr denn je: Wachstum ist endlich. Was kann nun an seine Stelle treten – als neue Handlungsgrundsatz und als individuelles sowie gesellschaftliches Ziel? Die Ausstellung „Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken“ tritt in die Postwachstumsdebatte ein. Ausgangspunkt ist der aktuelle Moment der Krise, dem einander bedingende Ereignisse wie soziale Ungleichheit, Klima, Krankheit, Kriege, Flucht und Fremdenhass zu Grunde liegen. Dazu ist es notwendig, ausgetretene Denkpfade zu verlassen und neue zu betreten. Die präsentierten Arbeiten zeitgenössischer Künstler:innen schlagen neue Denkweisen vor, nehmen Handlungsoptionen in den Blick und imaginieren Modelle für ein Leben nach einem totalen Kollaps. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Institutionen in Münster: Kunsthalle Münster, LWL-Museum für Kunst und Kultur und Westfälischer Kunstverein. Beteiligte Künstler:innen sind u.a. Marwa Arsanios, Andrea Bowers, Nina Fischer & Maroan el Sani, Johan Grimonprez, Christine & Irene Hohenbüchler, Elke Marhöfer und Eva Koťátková.

Mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, der Kunststiftung NRW, der Art Mentor Foundation Lucerne.

Andrea Bowers, My Name Means Future, 2020, Installationsansicht, Andrew Kreps Gallery, New York, 2020, © Andrea Bowers/Andrew Kreps Gallery, New York

Der Augenblick. Die Fotografin Annelise Kretschmer

6.5.– 14.8.2022
Annelise Kretschmer (1903–1987) zählt zu den bedeutenden deutschen Fotografinnen, deren Arbeiten bereits in der Zeit der Weimarer Republik internationale Anerkennung erhielten. Mit ihrem besonderen Interesse an und ihrem Gespür für Menschen gelangen ihr eindringliche Porträtaufnahmen, die als das herausragende Charakteristikum ihres 56 Jahre andauernden fotografischen Schaffens gelten. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, das seit Ende 2019 den Nachlass Kretschmers verwaltet, widmet dem Lebenswerk der in Dortmund geborenen Fotografin im Frühjahr 2022 eine umfangreiche Sonderausstellung, die alle Schaffensphasen beleuchtet und ihrem bevorzugten Motiv – dem Porträt – einen besonderen Schwerpunkt einräumt.

Selbstportrait Annelise Kretschmer, LWL-Museum für Kunst und Kultur.