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Kunstwerk des Monats Oktober Sehen und gesehen werden: Selbstbildnisse von Ida Gerhardi und Julia Schily-Koppers

Künstlerin werden – trotz patriarchaler Macht- und Ausbildungsstrukturen? Staatliche Akademien blieben Frauen in Deutschland bis 1919 verwehrt. In Frankreich erkämpften sich Künstlerinnen bereits 1898 Zugang zur „Académie des Beaux-Arts“, ab 1909 entfiel dort die Trennung in Herren- und Damenateliers. Bis dahin waren Frauen auf ein Privatstudium oder Sonderbedingungen angewiesen – Schwierigkeiten, mit denen auch die Westfälinnen Ida Gerhardi (1862–1927) und Julia Schily-Koppers (1855–1944) konfrontiert waren. Dennoch etablierten sie sich. Ihre Selbstbildnisse erzählen von diesem Weg: zwischen dem eigenen Willen zum Dasein als Künstlerin und der gesellschaftlichen Akzeptanz als solcher. Kleidung und räumliche Verortung dienten dabei beiden als malerisches Positionierungsmedium.

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