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Mode und Modernität

Themen für seine Werke findet August Macke oft in seiner unmittelbaren Umgebung, wie viele seiner Zeitgenossen orientiert er sich am moder­nen Leben. Mit der Serie der Hutläden und Modegeschäfte, die während des Aufenthalts in Hilterfingen entstehen, gewinnen die Schaufenster ein besonderes Gewicht. Vorausgegangen ist dem die Begegnung mit den Fensterbildern von Robert Delaunay. Diese Bilder, in denen Delaunay immer wieder den Blick auf den Eiffelturm, der in farbige Rauten zerlegt ist, durch eine reflektierende Fensterscheibe darstellt, helfen Macke, seine Visionen farbintensiv umzusetzen. Die Tatsache, dass sich 1978 im Nachlass Elisabeth Erdmann-­Mackes noch zwei Fragmente eines im Krieg stark beschädigten Gemäldes von Delaunay befinden, zeigt das Interesse, welches Macke den Arbeiten des Franzosen entgegenbringt.


August Macke, Sonniger Weg, 1913

Der Sonnige Weg entsteht 1913, als sich die junge Familie für mehrere Monate in Hilterfingen am Thuner See aufhält. Macke arbeitet in dieser Zeit an vielen Spaziergänger-Darstellungen, für die Elisabeth und die Söhne Walter und Wolfgang oft zur Vorlage der stilisierten Flaneure werden. Elisabeth Erdmann-Macke gibt das Bild 1933 als Leihgabe in die Nationalgalerie Berlin. Der damalige Direktor Eberhard Hanfstaengl, welcher den Nationalsozialisten aufgrund seines Interesses an Moderner Kunst ein Dorn im Auge ist, gibt den Sonnigen Weg 1937 an den Nachlass zurück. So entgeht das Gemälde knapp der Beschlagnahmung als »entartet« durch das NS-Regime. Der Spaziergänger (Großer heller Spaziergang) sowie 12 weitere Arbeiten Mackes werden dagegen aus der Nationalgalerie entfernt.