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Die Netzwerke von August und Elisabeth Macke

August und Elisabeth Macke verfügen über ein großes und beständiges Netzwerk aus Verwandten, Freund:innen und Kolleg:innen, welches maß­geblich Einfluss auf den Verlauf der künstlerischen Karriere von August Macke nimmt. Elisabeth Gerhardt stammt aus einer wohlhabenden Bonner Fabrikantenfamilie und ihr Vermögen sowie die Unterstützung durch ihren Großonkel, den Sammler Bernhard Koehler, erlauben es dem Paar, ein mehr oder weniger finanziell unabhängiges Leben zu führen und regelmäßig Reisen zu unternehmen.


August Macke, Sophie Gerhardt in ganzer Figur (Porträtstudie Sophie Gerhardt), 1908

Die Porträtstudie Sophie Gerhardt zeigt Elisabeths Mutter rund ein Jahr vor der Hochzeit des Paares. Obwohl Sophie Gerhardt der Liebelei zwischen ihrer Tochter und dem jungen Künstler zunächst verhalten begegnet, entwickelt sie schon bald nach der Hochzeit ein herzliches Verhältnis zu ihrem Schwiegersohn: Bereits seit der Verlobung spricht August Macke sie mit »Mutter« an und sie wird schnell eine wichtige Gesprächspartnerin für ihn, wenn es um seine Kunst geht. Zudem sammelt sie früh seine Werke. Nach dem Tod ihres Mannes Carl Heinrich Gerhardt 1907 übernimmt die Witwe die Finanzen der Familie Gerhardt. Sie stellt dem Paar Geld aus dem Erbe ihres Mannes zur Verfügung, richtet Ende 1910 in Bonn ein Wohnhaus mit Atelier für die junge Familie mit ihrem ersten Sohn ein und ermöglicht ihnen so ein relativ sorgenfreies Leben.

Ungewöhnlich für Mackes Schaffen ist die ganzfigurige, kleinformatige Studie. In der Regel stellt er die Porträtierten sitzend, im Halbprofil oder Profil dar.